Luca Schenardi
Vogelhäuser


«An Vogelhäusern mangelt es jedoch nicht.»
Erscheint im September 2012 bei der Edition Patrick Frey

Das Buchprojekt ist eine bisher nie gesehene Kombination aus ornithologischem Fach-
wissen und subjektiver Empfindung, geschaffen mit grosser Dringlichkeit und gestalterischer Leidenschaft. Im Zentrum steht der Mensch und seine zweifellos schizophrene Beziehung zur Natur und insbesondere zu einer der kulturell prägendsten Tierarten, den Vögeln, die an Vielfalt ihresgleichen sucht.

Basis für das Werk ist der wissenschaftlich gut dokumentierte Niedergang eines grossen Teils der Vogelwelt in der Schweiz: Über 40% der lokalen Brutvogelarten findet man derzeit auf der Roten Liste, weitere 12% gelten als potenziell gefährdet. Auch wenn sich einige der gefährdeten Arten dank gezielten Eingriffen der Menschen auf tiefem Niveau halten können sieht die Zukunft nach wie vor düster aus. Studien der Vogelwarte Sempach belegen, dass die Bestände ortstypischer Brutvogelarten nach dem Übertritt auf schweizerisches Gebiet im Vergleich zum Ausland rapide abnehmen – eine Tatsache, die so ganz und gar nicht in das verklärte Bild einer «schönen Schweiz» passen will.

Luca Schenardi füllt die Lücken der unerforschten Zusammenhänge zwischen dem materialistisch geprägten menschlichen Wirken und dem Niedergang der Natur mit seiner eigenen, subjektiven Bildwelt und -sprache aus. Es entsteht ein Werk, das den gegenwärtigen Zustand unseres Landes anhand der Vögel als Indikatoren für die menschliche Lebensweise demaskiert, entmystifiziert und in Bildern veranschaulicht. Ähnlich wie die Vögel, die empfindlich auf die starken Veränderungen und Störfaktoren in ihrer Umwelt reagieren, fühlt sich Schenardi durch die ungeheure Verdichtung seines eigenen Lebensraumes und die Dominanz einer allgegenwärtigen und überbordenden Marktwirtschaft bedrängt und oft an den Rand des Wahnsinns getrieben. So ist sein künstlerischer Ausdruck geprägt von beissender Gesellschaftskritik, Zynismus, aber auch von Wut und Wehmut. Durch eine skurril-humoristische und ironische Komponente wird jedoch gängiger Kulturpessimismus umgangen.

Seit 2009 hat er fast ausschliesslich an diesem Buchprojekt gearbeitet. Die grafische Gestaltung übernehmen HI (Megi Zumstein und Claudio Barandun). Das Buch wird im September 2012 bei der Edition Patrick Frey erscheinen.